Keine Wandertour in den Alpen oder im Schwäbischen Wald, sondern eine Stadtführung stand am 23. Juni auf dem Programm des Integrationsprojekts „Wanderglück“. Heimatpfleger i.R. Hans Dietl zeigte und erklärte der Gruppe von knapp 20 bunt gemischten Steinheimer Menschen aus unterschiedlichen Nationen Sehens- und Wissenswertes in unserer Heimat. Erste Station war die Fundstätte des Steinheimer Urmenschen. In der damaligen Kiesgrube wurden auch Nashorn-, Riesenhirsch- und Elefantenknochen aus prähistorischer Zeit gefunden. Herr Dietl beschrieb, wie diese Funde geborgen wurden, und rief großes Staunen hervor, als er aus seiner Tasche eine Nachbildung des Homo-Steinheimensis-Schädels zog.

Über das Lapidarium, wo jahrhundertealte Grenzsteine aufgestellt sind, ging es weiter zum Denkmal eines Soldaten, der nur wenige Tage vor Kriegsende in Steinheim als Deserteur erschossen wurde. Seine Frau war in Berlin gestorben und er wollte zu seinen Kindern, die dort alleine waren. „Da schätzt man wieder viel mehr, wie gut es uns heute in Steinheim geht“, so Wanderglück-Initiatorin Myriam Kopp. Denn in manchen Heimatländern der Geflüchteten wird noch heute so verfahren, wie einige Teilnehmer erzählten.

Auf Burg Schaubeck schlenderten die Stadtwanderer durch den Burghof, genossen die angenehme Kühle zwischen den Gemäuern und den Duft der Rosen. Letztes Highlight war St.-Georgs-Kirche in Kleinbottwar, wo Herr Dietl auch Einblick in seine Restaurationstätigkeit gab. Wie wird z. B. der Altar vergoldet? Diesen Prozess durfte man live verfolgen – die jüngsten Teilnehmer hatten am Schluss vergoldete Finger und ihren Spaß.

Herzlichen Dank an Hans Dietl für diese außergewöhnliche und informative Stadtführung, bei der es selbst für langjährige Steinheimer noch einiges neu zu entdecken gab!

Weitere Informationen über das Projekt „Wanderglück“ finden Sie unter www.Puls-der-Freiheit.de/integration

Im Garten der Burg Schaubeck hat es allen super gefallen.

Autorin: Angelika Lenz